Es war im Wilden Westen des Jahres 1876, als der Revolverheld „Wild“ Bill Hickok beim Pokerspiel hinterrücks erschossen wurde. Das Blatt, das er bei seinem Ableben in der Hand hielt, ist legendär: Es fand als Zitat seinen Weg in Kinofilme ebenso wie in Browsergames oder Bücher.

Letztes Spiel in Mann’s Saloon No. 10

Hickok, der mit bürgerlichem Namen James Butler Hickok hieß, war ein US-amerikanischer Revolverheld. Er überlebte sechs Schießereien und tötete dabei sieben Menschen. Im Sommer 1876 hielt er sich in der Goldgräbersiedlung Deadwood in den Black Hills von Dakota auf. Er schlug sich dort als Pokerspieler durch. Bei diesem Spiel wurde er am 2. August des Jahres von John „Broken Nose“ Jack McCall hinterrücks mit einem Revolver erschossen. Bei seiner Ermordung hielt Hickok der Legende nach je ein Paar Achten und Asse in der Hand, jeweils Pik und Kreuz. Seitdem ist dieses Pokerblatt als „Dead Man’s Hand“ bekannt. Der Grund für McCalls Tat war, dass der sein ganzes Vermögen beim Pokerspielen an den Westernhelden Hickok verloren hatte. Nach einer improvisierten Gerichtsverhandlung in Deadwood wurde er zunächst freigesprochen, später jedoch erneut festgenommen, zum Tode verurteilt und im März 1877 erhängt.

Das Pokerspiel um Geld war damals oft ein gefährliches Unterfangen. Heutzutage müssen Spieler in keinen Saloon und keine Spielhalle mehr, um zu pokern oder zu zocken – Smartphones und Applikationen wie die „Alles Spitze Merkur-App“ machen das jetzt überall möglich.

Eine Hand, die bis in die Gegenwart reicht

Bis heute hat die Geschichte des Endes von Will Bill Hickok und seiner letzten Pokerhand Einzug in viele kulturelle Genres gehalten – von der Literatur bis zur Popkultur. So ist die 1976 erschienene Kurzgeschichte „Die Hand des Todes“ des deutschen Schriftstellers Jörg Fauser nach ihr benannt, und im Buch „Einer flog über das Kuckucksnest“ von Ken Kesey findet sie ebenfalls Erwähnung. In der Musik wurde das Blatt auch oft zitiert, von Bob Dylan ebenso wie von Motörhead oder Molly Hatchet. Besonders oft wird die „Dead Man’s Hand“ im Kino und in TV-Serien in irgendeiner Form erwähnt: Im Spätwestern „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“, ist dies der Fall, und im Film „Ringo“, einem frühen Western von John Ford. 2007 erschien ein Film mit dem Titel „Dead Man’s Hand“, ein Horror-Movie, der in einem alten Casino in Las Vegas angesiedelt ist. Selbst in der Welt der Comics hat die Hand ihren Einzug gehalten: Im 22. Lucky-Luke-Band „Calamity Jane“ findet sie ebenfalls Erwähnung.

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