Einmal Weltfußballer des Jahres, deutscher Rekordnationalspieler mit 150 Spielen, 5 Weltmeisterschaften und einiges mehr an Karriere-Glanzpunkten – doch seitdem Lothar Matthäus nicht mehr als Spieler auf dem Platz steht, ist er vor allem Dauergast im Boulevard. Was könnte also näher liegen als eine früher oder später unvermeidbare Doku-Soap?
Es gibt offenbar mehrere Gründe, sich Tag und Nacht von einem Fernsehteam beobachten zu lassen. Am Ende der Leiter steht, wer sich als Promi ins Dschungelcamp oder gar ins Big-Brother-Haus begibt. Ist man allerdings alleiniger Mittelpunkt, so steht dahinter entweder ein Marketinggedanke – Idealbeispiel Michael Wendler – oder das Phänomen einer irgendwie diffusen Popularität, die nicht oder auch nicht mehr durch andere Formate abgedeckt werden kann.
Richtig gelesen: Realtainment. Immer wenn man glaubt, der Nonsens, den die Privatsender mit Laienschauspielern veranstalten, sei nicht mehr zu übertreffen, kommt garantiert ein Gegenbeweis daher. RTL2 startet am 12. September eine neue Quasi-Soap unter dem Titel „Berlin – Tag & Nacht“ und hofft wohl, damit den Sendeplatz 19 Uhr verteidigen zu können.
Irgendwo zwischen Scripted Reality und Dokusoap ohne Profis vor der Kamera bewegt sich das Format des Realtainments. Statt eines Drehbuchs gibt es nur sehr grobe Vorgaben, der Rest muss improvisiert werden. Inhaltlich dreht sich die neue RTL2-Serie um eine siebenköpfige WG in Berlin.
Man will es kaum glauben, aber laut Guinness Book ist David Hasselhoff tatsächlich „The Most Watched TV Star in the World“. Das hat vor allem mit dem langlebigen Erfolg seiner beiden Paraderollen in „Knight Rider“ und „Baywatch“ zu tun. Über sein Privatleben hingegen ist bislang wenig Erfreuliches an die Öffentlichkeit gedrungen. Das will „The Hoff“ jetzt ändern. Eine Reality-Soap zeigt ihn vor allem als Vater seiner beiden Töchter.
Was sind „Dallas“ und „Lost“ schon gegen „Baywatch“? Bis heute ist die Serie um rote Badeanzüge am Strand von Malibu die erfolgreichste der Welt. Nach Beendigung der ersten Staffel hätte das niemand geglaubt, denn da sollte eigentlich bereits Schluss sein mit der sonnigen Fleischbeschau. Doch Hauptdarsteller David Hasselhoff übernahm die Produktion und machte aus dem simplen Konzept ein 11 Jahre anhaltendes Phänomen.
Die Telenovela dürfte fast jedem ein Begriff sein. Alltäglich spukt sie durch die deutsche und internationale Fernsehlandschaft. Aber dass sie ihren Ursprung in Kuba hat, dürfte den wenigsten bekannt sein.
Wer das erste Vorbild für alle heutigen Telenovelas war, kann nicht genau bestimmt werden. Aber man kann davon ausgehen, dass es eine weibliche Hauptrolle aus einem Liebesroman war.
Anfang des 20. Jahrhunderts war es im vorrevolutionären Kuba üblich, den Arbeiterinnen in Zigarrenfabriken Geschichten aus Groschenromanen vorzulesen, wobei eine Folge solch einer Geschichte etwa so lang war wie ein Arbeitstag.
Mit der Entwicklung des Radios in den 1930er Jahren wurde dieses Massenmedium schließlich als Vorleser eingesetzt und die erste Radionovela war erfunden. Im Verlauf der Zeit wurden die Geschichten nicht mehr nur vorgelesen, sondern als eine Art Hörspiel mit verschiedenen Rollen und Sprechern inszeniert. Schließlich wurde dieses Format in den 1950er Jahren von südamerikanischen Fernsehproduzenten entdeckt, die die Radionovela zur Telenovela weiterentwickelten. weiterlesen »
Die Absetzung der wenig erfolgreichen Sat1-Telenovela „Eine wie keine“ war schon länger angekündigt. Jetzt startet am 4. Oktober der Nachfolger auf demselben Sendeplatz. Diesmal setzen die Programm-Macher allerdings auf eine Daily Soap und erlauben so eine größere Anzahl von Hauptfiguren. Der Titelsong stammt von Schmusesänger James Blunt. Mehr muss man eigentlich nicht wissen.
Der Vorabend ist bei Sat1 traditionellerweise ein echtes Problem. Jetzt soll ein Fiction-Format für Quote sorgen, das sich offensichtlich an erfolgreichen US-Vorbildern anlehnt. Ganz klar zielt man auf ein jugendliches Publikum, denn Spielort ist eine Schule. Doch damit nicht genug. Neben den üblichen Teenagerproblemen gehört auch jede Menge Musik und Tanz zum Konzept. Nicht umsonst denkt man da schnell an „Highschool Musical“ oder „Glee“.
Um einen gewissen Popularitätsgrad zu erreichen, muss man nicht unbedingt irgendetwas besonders gut können. Und deshalb wird niemand so genau sagen können, wieso ausgerechnet die gelernte Kosmetikerin Daniela Katzenberger derzeit im Netz zu den meistgesuchten Promis gehört. Neuestes Ergebnis ihrer medialen Dauerpräsenz: eine eigene Dokusoap auf VOX.
Für Aufsehen sorgte die Blondine mit den auftätowierten Augenbrauen erstmals bei ihrem Auftritt in der Reality-Show „Auf und davon – Mein Auslandstagebuch“. Ihr Versuch, Playboy-Gründer Hugh Hefner kennen zu lernen, geriet so absurd, wie es für derartige Sendeformate eigentlich üblich ist, aber Katzenberger traf mit ihrer naiven, jedoch nicht unsympathischen Art offenbar einen medialen Nerv.
Die Invasion der vermeintlichen Reality-TV-Formate ist ab dem 9. August um ein weiteres Beispiel reicher und das Niveau im hiesigen Fernsehprogramm um mindestens genauso viele IQ-Punkte ärmer. Unter dem Titel „X-Diaries“ schickt RTL2 eine Handvoll Laiendarsteller in den Urlaub.
Schwer zu sagen, ob derjenige, der sich das Label „Dokunovela“ ausgedacht hat, noch dreister ist als diejenigen, die das Format mit Inhalt ausstatten. Die Wortmelange aus Dokumentation und Telenovela kann man aber auch als Warnung für jeden verstehen, der ein letztes bisschen Restverstand noch behalten will. Allen anderen beschert RTL2 einen würdigen „Big Brother“-Nachfolger auf gleichem Sendeplatz.
Gar nicht mehr so schwierig, heute ein Promi zu werden. Talent bleibt Nebensache, was zählt, ist Medienpräsenz. Im Fall von Kendra Wilkinson genügte es, von Playboy-Gründer Hugh Hefner in die Riege seiner „offiziellen“ Freundinnen aufgenommen zu werden. Auf Viva läuft jetzt ihre eigene Reality-Soap unter dem Titel „Kendra“.
Wer in US-Fernsehen um die Gunst nicht mehr ganz frischer Recken der Entertainment-Industrie kämpft und sich nicht scheut, dabei sein Privatleben bis ins kleinste Detail in der Öffentlichkeit auszuleben, hat es ganz schnell zu fragwürdiger Berühmtheit gebracht. Zu den vielen Beispielen der Sternchen mit Talentfaktor Null gehören etwa Tiffany „New York“ Pollard oder einige der „Rock of Love“-Girls. Kendra Wilkinson musste es immerhin eine Weile an der Seite von Hugh Hefner aushalten.
‘Ab ins Beet!’ ist nicht nur eine Garten-Soap auf VOX, sondern auch Comedy. Jeder, der sich dieses TV-Erlebnis mal angeschaut hat, wird festgestellt haben, dass die Hobbygärtner schon zu Kultfiguren aufgestiegen sind. Es gibt nicht eine Folge, wo sich kein Mini-Drama ereignet.
Die Serie ‘Ab ins Beet!’ strotzt vor ‘alltäglichen’ Gärtner-Problemen und Kleinkriegen am Nachbarzaun, angefangen mit dem Pärchen Eva und Claus, die sich mit dem Kleingärtnerverein anlegen, bis hin zum Schlagersänger Markus, der mit seiner Fertigsauna im Garten kämpft. weiterlesen »
Welche Torturen Menschen unterschiedlichster Kulturen auf sich nehmen, um einem jeweiligen Schönheitsideal zu entsprechen, verfolgt derzeit eine neue US-Dokusoap. Das wäre an sich nicht so bemerkenswert, stünde nicht ausgerechnet Pop-Sternchen Jessica Simpson im Fokus der Show. Unter dem Titel „The Price of Beauty“ macht sie sich selber zum Versuchskaninchen und trinkt auch schon mal Kuh-Urin.
Im vergangenen Jahr hatten Bilder von Jessica Simpson eine ebenso hanebüchene wie hämische Kampagne über ihr zugelegtes Körpergewicht losgetreten. Simpson, die nie wirklich dem Magerwahn verfallen war, durfte sich eine Menge Gemeinheiten über ihre Figur anhören, und man muss sich schon fragen, ob die Klatschpresse in den USA wirklich nichts Interessanteres zu diskutieren hat. Offenbar nicht.