Na endlich, MTV rückt mit der Wahrheit heraus, die eh schon jeder wusste. Worum es in den Datingshows wirklich geht? Das liebe Geld!

Mal sehen, Rock of Love, Shot of Love, Double Shot of Love, I Love New York…man könnte ewig so weiter machen, braucht es aber auch nicht, denn im Grunde ist es immer das Gleiche: eine Anzahl von “liebeshungrigen” Problemfällen erniedrigt und bekriegt sich, um am Ende einen mehr oder weniger bekannten “Star” als den Liebsten bekommen zu können.
Dass es in den Dating-Shows, in denen die wahre Liebe gefunden werden sollte, nur um Ruhm, Rampenlicht und Moneten ging, ist wahrscheinlich jedem spätestens ab der zweiten Staffel klar geworden, die zwangsläufig folgte. weiterlesen »
Bereits im Februar sickerte durch, was sich nun als beschlossene Sache herausstellte: Comedian Oliver Pocher und RTL-Zugpferd Günther Jauch treten gemeinsam für eine neue Show vor die Kamera. Die zu Jahresbeginn produzierte Pilotfolge bot offenbar genügend Potential. Dass Pocher ab Herbst eigentlich einen Exklusivvertrag mit SAT1 in der Tasche hat, stellt zudem kein Problem dar.
Seit 1999 sitzt Günther Jauch mittlerweile auf dem Moderationsstuhl von „Wer wird Millionär?“ und geht seitdem mit seinem eigenen Wissen immer wieder gerne hausieren, wenn ein Kandidat daneben greift. Ob der Favorit vieler Deutscher für das Amt des Bundespräsidenten dabei jedoch wirklich auf seinen eigenen Bildungsstand zurückgreift oder lediglich vom Bildschirm abliest, bleibt für Skeptiker immer fraglich. Damit soll jetzt Schluss sein. In „5 gegen Jauch“ stellt sich der Moderator besonders kniffligen Zuschauerfragen – ganz ohne Netz und doppelten Boden.
Casting ist offenbar kein Allheilmittel. Sind die Sommermonate im TV-Programm ohnehin von jeher eine laue Angelegenheit, fallen dieses Jahr nahezu alle neu produzierten Showkonzepte bei RTL und Pro7 gnadenlos durch. Auffällig ist dabei, dass man sich in den beiden Sendeanstalten offenbar einfach am derzeitigen Erfolgsmodell Nr. 1 festgehalten und geglaubt hat, das Konzept Casting müsste doch alleine bereits ausreichen. Die Zuschauer sehen das offenbar anders.

Wenn nicht gerade Herdplatten erhitzt, Landwirte verkuppelt oder Berater in allen Lebenslagen auf scheinbar hoffnungslose Fälle (Familien, Wohnungen, leere Bankkonten) gehetzt werden, kann man sicher sein, dass im Wettstreit um die Zuschauergunst im deutschen Privatfernsehen derzeit so ziemlich alles durchgecastet wird, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Mit DSDS, GNTM und Popstars halten sich seit Jahren drei Formate auf konstant hohem Quotenniveau. Dass sich mit Trittbrettvarianten alleine noch keine vergleichbare Publikumsbegeisterung erzielen lässt, beweisen sich RTL und Pro7 derzeit selber.
Echte Männer bauen gegenseitig um die Wette. Was wie eine Folge von “Hör mal wer da hämmert” klingt, ist eine neue Show auf RTL2.
Pro Show treten zwei Hobbybastler gegeneinander an, begleitet und unterstützt von einem echten Profi. Als Gewinn gibt es einen Hammer und natürlich das befriedigende Wissen, sich als Rudelführer behauptet zu haben.
Doku Serien dieser Art überschwemmen mittlerweile das deutsche Fernsehen, kein Wunder. Billig zu produzieren, mit echten Menschen, die keine Gagen wollen, sondern nur ihre 15 Minuten Ruhm und natürlich dadurch auch echte Emotionen.
RTL2 redet von “echten Kerlen”, die zeigen, wer nun der Stärkere, Beste und Tollste ist. Das beweisen sie in der Show nicht nur sich, sondern auch ihrer Familie.
Da kann man natürlich ein wenig zynisch werden, immerhin sollte es gerade heutzutage nicht mehr als rein männlich angesehen werden, irgend etwas zu bauen und dabei noch jemand anderen zu besiegen. Muss man sich als Mann wirklich vor seiner Familie behaupten, indem man eine Sauna baut? Und warum können anscheinend nur “echte Kerle” gegeneinander antreten, und keine “echten Weiber”?
Typisch RTL2 werden die Geschlechterrollen wieder in die 50er zurück versetzt, die süße Familie beobachtet den starken Patriarchen, wie er Regale, Pools und anderen Kram baut, während Frau und Kinder höchstens einmal den Schraubenzieher halten dürfen.
Von dem Preis des “goldenen Hammers” wollen wir hier gar nicht anfangen zu reden, denn was man da psychologisch hinein interpretieren kann, liegt wohl auf der Hand, beziehungsweise im Werkzeugkasten.
“Du bist der Hammer” läuft jeden Sonntag um 13Uhr.
Der Traum der meisten Fußball Fans könnte sich mit der neuen Casting Show von Oliver Pocher erfüllen - einmal gegen den FC Bayern spielen.
Die Gewinner dürfen dann am 25.7. (natürlich live auf Sat1) gegen die Riesen des deutschen Fußballs antreten.
Zugegeben, diese Interpretation des gängigen Casting Formates ist nicht nur mal was für Männer, sondern auch von den Kandidaten her von einem ganz anderen Schlag, als die verheult-bitchigen Kandidaten der Popstar/Topmodel-Riege.
Da kann man sich sicher sein, dass die meisten Mitstreiter tatsächlich nicht für die Kameras, sondern für die Gelegenheit dabei sind, ihr Talent zu zeigen und es vor allem dem FC Bayern zu zeigen. weiterlesen »
Wie viele Castingshows können wir eigentlich noch ertragen? Zumal es langsam schon albern wird, nach welchen Kriterien da ausgesucht wird.
16 Mädels aus 16 Bundesländern sollen sich auf Spanien um den Titel des Sommermädchens 2009 streiten, zu gewinnen gibt es Fotostrecken in der FHM, quasi dem altersfreien Playboy, wenn man ehrlich ist. Ach ja, den Titel des Sommermädchens 2009 gewinnt man auch, wobei fraglich ist, welchen Wert der nun hat.
Klingt eigentlich nach einer etwas billigeren Version von “Germany’s Next Topmodel” mit der Prämisse, dass man die jungen Damen so oft wie möglich in Bikinis sieht, immerhin ist es heiß in Spanien. weiterlesen »
“Public Enemy”-Frontmann Flavor Flav hatte sie gleich zweimal von der Liste möglicher Herzdamen gestrichen. Doch Tiffany Pollard, besser bekannt als „New York“, war schrill und laut genug, um bei VH1 ihre eigene Reality-Show zu bekommen. Insgesamt drei Formate wurden ihr bis heute auf den silikonverschönerten Leib geschnitten. Ihren nicht sonderlich erfolgreichen Weg ins Filmbusiness zeigt MTV unter dem Titel „New York goes to Hollywood“ jetzt auch dem deutschen Publikum.
Dass man keinerlei Talent besitzen muss, um echten Promi-Status zu erreichen, belegt die öffentliche Dauerpräsenz von Hotelerbin Paris Hilton ebenso ein- wie aufdringlich. Mittlerweile kennt Deutschland mit Kahn-Ex Verena Kerth, Produzenten-Tochter Giulia Siegel oder Pocher-Freundin Sandy Meyer-Wölden ein ähnliches Phänomen. Vorbei sind die Zeiten, als sogenannte „It-Girls“ wie Edie Sedgwick wenigstens noch als Musen durchgehen konnten. Heute genügt etwa fehlende Unterwäsche oder ein Besuch im Big-Brother-Haus, um eine langfristige Karriere auf dem roten Teppich zu starten.
Wenn die öffentlich-rechtlichen Sender von Publikumsverjüngung sprechen, heißt das meistens, mehr schlecht als recht bei den Privaten abzukupfern. Da dort immer noch die unterschiedlichsten Casting-Formate regieren, versucht sich das ZDF nach dem „Musical Show Star“ und dem “Grand Prix der Chöre” derzeit an einer weiteren eigenen Talentsuche: Unter dem bemüht saloppen Titel „Ich kann Kanzler!“ sollen sich die Regierungschefs von morgen beweisen. Juroren sind unter anderem Günther Jauch und Anke Engelke.
Schon seit Februar sucht das ZDF nach Kandidaten für eine Live-Show, in der ein Bewerber auf das Amt des Bundeskanzlers gewählt wird – theoretisch jedenfalls. Praktisch ist auch dies nur ein Castingformat wie alle anderen. Zu gewinnen gibt es ein Kanzlergehalt und ein Praktikum im Bundestag. Dass die Suche bisher praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hat, obwohl eine ganze Menge Material bereits aufgezeichnet wurde, hat damit zu tun, dass sich die Ausstrahlung ausschließlich auf das Internet beschränkte.
Am 17. Juni beginnen in der alten Kongresshalle München die Castings für die mittlerweile achte Popstars-Staffel. In 16 Folgen wird diesmal ein Duo gesucht. In der Jury sitzt erwartungsgemäß wieder Pro7-Drill-Instructor Detlef D! Soost. Unterstützung bekommt er von Erfolgsproduzent Alex Christensen und Songwriterin Michelle Leonard.

Dass bei Casting-Shows in erster Linie der Weg das Ziel ist, belegen die katastrophalen Halbwertzeiten nahezu aller „Popstars“-Gewinner. Als das Format 2000 auf RTL2 startete, war der Erfolg tatsächlich riesengroß. Die No Angels mauserten sich zum europaweiten Phänomen und hielten sich ganze drei Jahre. Ein Comebackversuch scheiterte 2007 zwar auf ganzer Linie, konnte aber immer noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als echte Eintagsfliegen wie Overground, Preluders, Nu Pagadi oder Room 2012.
Im Einkaufen und Abkupfern britischer, holländischer oder amerikanischer Erfolgsformate sind hiesige TV-Sender bekanntlich ganz groß. Die derzeit erfolgreichsten Shows der Privaten - DSDS, Germany´s Next Topmodel, Ich bin ein Star - holt mich hier raus, Das Supertalent – beruhen allesamt auf Lizenzen aus dem Ausland. Jetzt wagen sich Pro7 und Sat1 parallel an eingedeutschte Versionen eines US-Quotenrenners: Promis suchen den Partner fürs Leben. Für den Münchener Sender geht Produzententochter Giulia Siegel ins Rennen.

Mit einer besonders wilden Version der amerikanischen Datingshow „The Bachelor“ hatte das Produzententrio Chris Abrego, Mark Cronin und Ben Samek im Januar 2006 im Grunde eine Gelddruckmaschine erfunden. „Flavor of love“, das erfolgreichste Programm, das der US-Sender VH1 bis dato ausgestrahlt hatte, zeigte den Public-Enemy-Frontmann Flavor Flav drei Staffeln bei der äußerst abstrusen Suche nach seiner Herzdame. Am Ende heiratete er dann zwar doch die Mutter seines jüngsten Kindes, aber das änderte am Erfolg der zahlreichen, in der Zwischenzeit entstandenen Spin-Offs rein gar nichts.