Offenbar muss man sich langsam daran gewöhnen, dass der ZDF-Ableger Neo zum relevanten Player im hiesigen Serienmarkt wird. War es lange Zeit den Privaten vorenthalten, internationale Erfolgsformate ins deutsche Free-TV zu holen, schließt der öffentlich-rechtliche Zusatzkanal jetzt auf. Nächstes Beispiel: die kanadische Zeitreise-Serie „Being Erica“.
Die Einkäufer bei ZDF Neo setzen offenbar alles daran, das verstaubte Image aus Mainz vergessen zu machen. Denn was da mittlerweile an Erfolgsproduktionen für den deutschen Fernsehmarkt über den Bildschirm geht, kann sich durchaus sehen lassen. Der bisher größte Coup war die US-Erfolgsserie „30 Rock“ mit Alec Baldwin. Ab dem 6. Oktober kommt mit „Mad Men“ die nächste Spitzenpoduktion ins Programm – und das als Deutschlandpremiere. Fast könnte man da die weiteren Neuzugänge übersehen.
In den USA seit Juli bereits in der 4. Staffel, gehört „Mad Men“ zu den derzeit bemerkenswertesten TV-Serien. Bei Kritikern wie Zuschauern gleichermaßen beliebt, räumt die Produktion einen Preis nach dem anderen ab. Gerade erst wurde sie bei den Emmys zum dritten Mal als Outstanding Drama Series ausgezeichnet. Ab 6. Oktober kann man sich hierzulande endlich auch im deutschen Free-TV davon überzeugen, dass die Begeisterung zurecht besteht.
Bereits 2008 war „Mad Men“ in der Geschichte des wichtigsten US-Fernsehpreises die erste Drama-Serie, die 16 Nominierungen auf sich vereinen konnte. 2010 waren es immer noch 15 Stück, und zwei davon führten schließlich auch zu Auszeichnungen mit dem Emmy Award. Aber auch sonst regnet es Jahr um Jahr Preise für die in den 60er Jahren angesiedelte Geschichte um eine New Yorker Werbeagentur.
Die in Deutschland bisher ausgestrahlten 3 TV-Filme der mittlerweile insgesamt 7-teiligen „Jesse Stone“-Reihe nach Romanen des US-Krimiautors Robert B. Parker waren zuletzt auf dem ZDF-Digitalkanal Neo zu sehen. Jetzt gibt es die Wiederholung noch einmal im Nachtprogramm des Mutterkanals. Ob und wann die übrigen 4 Teile jemals hierzulande ausgestrahlt werden, ist unbekannt.
Manche Schauspieler verwachsen über Jahre hinweg so sehr mit ihrer Serienfigur, das sie danach lange Zeit nirgendwo anders mehr Fuß fassen können. Larry Hagman etwa feierte mit der Rolle des J.R. Ewing aus „Dallas“ zwar den größten Triumph seiner Karriere, ist den Schatten der Figur aber seitdem kaum mehr los geworden. „Magnum“-Darsteller Tom Selleck erging es nach dem Ende der Serie nicht anders. Mit „Jesse Stone“ konnte er Jahre später allerdings endlich ein zweites Alter Ego finden, das ihm die Zuschauer gerne abkauften.
Lacher aus der Konserve, immer dasselbe Personal, dieselben Konflikte, dieselbe Kulisse. Die Parameter einer Sitcom sind recht überschaubar. Dass sich damit über Jahre hinweg beachtlich Quote machen lässt, ist umso erstaunlicher. Seit 2003 beweist „Two and a Half Men“, wie gut das funktionieren kann. Pro7 zeigt ab dem 7.9. jetzt erstmals die 7. Staffel. Die dreifache Sieben ist dabei fast schon selber ein Gag.
Alles, was man braucht, ist eine Wohnung oder ein Haus und ein möglichst schräges Figurenensemble, das sich dort gegenseitig auf den Geist geht. Entscheiden muss man sich dann nur noch zwischen der Familien- und der WG-Variante, und die Sitcom-Blaupause ist fertig. Bekanntestes Beispiel für erstere Option ist etwa „Eine schrecklich nette Familie“ und für die letztere mag einem vor allem „Friends“ einfallen. Besonders reizvoll sind auch Kombinationen beider. „Golden Girls“ war so ein Fall, doch „Two and a Half Men“ setzt noch eins drauf.
Wer nach der simplen und enttäuschenden DVD-Box zur 20sten Simpsons Staffel keine Lust auf die gelbe Familie auf DVD hat, der sollte es sich noch einmal überlegen, denn die 13te lohnt sich selbst für Abergläubige.
Die 13. Staffel der Simpsons dürfte eine der witzigsten und einfallsreichsten der gesamten Reihe sein, nicht zuletzt, weil die Konkurrenz damals dicht hinter ihnen war. Seth McFarlanes “Family Guy” hatte seit der Prämiere 1999 die Definition für Satire und Parodie erweitert und die bis dahin handzahm gewordenen Simpsons um wichtige Einschaltquoten gebracht.
2001 glänzten die Simpsons wieder mit vielen Gags, besseren Themen und viel Gefühl. Das könnte auch daran gelegen haben, dass Langzeit-Simpsonsschreiber Al Jean zum ersten Mal als Leiter der Serie tätig war und anscheinend Wunder im Drehbuch-Department wirkte. weiterlesen »
Eine Zusammenarbeit zwischen ZDF und dem australischen Fernsehen soll junge Mädchenträume widerspiegeln. Was wie eine Tanzgeschichte klingt, die so schon hundert Mal in Filmen erzählt wurde, könnte gut gemacht trotzdem erfolgreich werden.
Die junge Tara lebt mit ihrer Familie im australischen Outback, weit entfernt von großen Städten und somit auch weit entfernt von ihrem Traum eine berühmte Tänzerin zu werden. Als sie zu einem Vortanzen an der renommierten Schule National Academy of Dance in Sydney eingeladen wird, scheint ihr Leben perfekt zu sein, aber Tara merkt schnell, dass in der Welt des professionellen Tanzens nicht alles harmonisch und freundlich abläuft. weiterlesen »
Die hohe Kunst der Improvisation beherrschen nur die wenigsten Comedians wirklich gut. Meist muss ein dünner roter Faden oder mancher spontan gegebene Anreiz ausreichen, um wirklich Lustiges hervorzubringen. Eine neue Impro-Sitcom auf SAT1 setzt auf dieses Konzept und vereint Cordula Stratmann und Annette Frier.
Olli Dittrich und Anke Engelke zeigten einst im ZDF echte Sternstunden der Impro-Comedy, und mit „Dittsche“ hat das Konzept sogar eine langlebige Heimat in der ARD gefunden. SAT1 bietet mit der „Schillerstraße“ seit Jahren ein Erfolgsformat an, das jedoch mit einem größeren Ensemble arbeitet. Zu Beginn drehte sich dort alles noch um Cordula Stratmann, die sich später freiwillig durch Jürgen Vogel ersetzen ließ. Unter dem Titel „Wir müssen reden!“ will der Sender jetzt mit ihr an die alten Erfolge anschließen.
Damit hat wohl niemand gerechnet. Ausgerechnet der kleinste Sender der RTL-Gruppe bekommt die Chance, eine der aktuell erfolgreichsten US-Serien erstmals im deutschen TV zu zeigen. „Glee“ startet im Januar 2011.
Eigentlich sei die Serie ja zu groß für seinen Sender, merkte Geschäftsführer Claude Schmidt auf der Programm-Pressekonferenz an. Doch möglicherweise soll Super RTL ja mithilfe von „Glee“ in eine neue Quotenphase starten. In den USA ist die Serie um einen Highschool-Chor jedenfalls ein echter Renner. Ob die Mischung aus Teenager-Nöten und Musical jedoch auch hierzulande ankommt, wird sich erst noch zeigen müssen.
Mystery oder Science Fiction Serien sind nicht erst seit “Akte X” mehr als beliebt, so dass es als Fan mittlerweile relativ schwierig ist, seine Prioritäten im Programm zu setzen. Ob die neue US-Serie mit Hitserien a la “Eureka” oder “Fringe” mithalten kann?
Die Secret Agents Myka Bering und Peter Lattimer werden nach einem eher merkwürdigen Zwischenfall bei der Überwachung einer Ausstellung alter Artifakte zu einem abgelegenen Warenhaus in der Mitte der Wüste abgeordert, um dort übernatürliche Objekte zu sammeln und zu neutralisieren, damit die teilweise gefährlichen Gegenstände niemandem zu Schaden kommen können. Anfangs ist besonders Myka nicht gerade begeistert davon, inmitten vom Nirgendwo auf obskure Objekte Jagd zu machen, aber der Job hat mehr als nur staubige Museumsstücke zu bieten. weiterlesen »
In den USA flimmerte am 23. Mai dieses Jahres die letzte Folge über die Bildschirme, doch wer wirklich wissen will, wie „Lost“ zuende geht, muss sich schon die kommende DVD-Box kaufen. Dort nämlich findet sich ein 12-minütiger Epilog. In Deutschland gibt es nun ab dem 23. September erst einmal die finale 6. Staffel zu sehen.
Die Begeisterung über die Beantwortung aller offenen Fragen in der allerletzten „Lost“-Folge hielt sich in Grenzen. Serienmitbegründer Damon Lindelof las zuletzt gar einige der zornigsten Fan-Reaktionen öffentlich vor, und da forderte schon mal der eine oder andere die letzten 6 Jahre seines Lebens zurück. Doch es gab auch andere Stimmen.