Das kennt selbst James Bond: Mitten in einem gefährlichen Einsatz wird einem die Lizenz entzogen, und man kann selber zusehen, wie man klar kommt. So geschieht es Undercover-Agent Michael Westen in der erfolgreichen Crime-Serie „Burn Notice“ des amerikanischen Kabelsenders USA Network. Ab Herbst zeigt VOX die erste von bisher drei Staffeln.
Warum der gewiefte FBI-Ermittler plötzlich zur persona non grata wird, ist die große Frage, die als Handlungsbogen mehr als eine ganze Staffel lang diese nicht immer ganz ernst gemeinten Serie vorantreibt. Westen (Jeffrey Donovan) macht aus der Not eine Tugend und arbeitet fortan auf eigene Faust. Und weil er Miami nicht verlassen darf, ist zumindest immer für sonniges Wetter gesorgt.
Auch wenn seine Paraderolle als untoter Teenagerkiller, der in den Träumen seiner zukünftigen Opfer allerlei blutigen Schabernack treibt, demnächst von „Watchman“ Jackie Earle Haley übernommen wird, erfreut sich Robert Englund bei Genre-Fans weiterhin äußerster Beliebtheit. In der Mini-Serie „Fear Clinic“ übernimmt er jetzt die Rolle eines finsteren Arztes, der eine ganz eigene Methoden hat, seine Patienten von ihren Ängsten zu befreien.
Vergangenes Wochenende stellte der amerikanische Video-on-Demand-Anbieter FearNet auf der diesjährigen Comic Con 2009 seine heiß erwartete neue Eigenproduktion vor. Vergleichsweise groß war das Interesse, denn als Zugpferd der für Oktober angekündigten Serie fungiert die Genre-Ikone Robert Englund. Von 1984 bis 2003 verkörperte er in insgesamt 8 Filmen und einer TV-Serie den unkaputtbaren Kindermörder Freddy Krueger und schuf damit ein Popkultur-Phänomen – den ersten psychopatischen Schwerverbrecher, der als Identifikationsfigur diente.
Es geht also. Zum ersten Mal arbeiten ein Privatsender und eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt an einem gemeinsamen TV-Projekt: Stefan Raab sucht demnächst in Kooperation mit der ARD den deutschen Teilnehmer für den Eurovision Song Contest 2010. Damit kommt nun doch zusammen, was zusammen gehört.
Ende Mai hatte Raab dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ noch mitgeteilt, dass aufgrund allzu komplizierter Entscheidungswege beim NDR kein gemeinsames Konzept für den Vorentscheid des immer noch wichtigsten Musikwettbewerbes der Welt zustande käme. Sein Team hatte den öffentlich-rechtlichen Gremien auf Anfrage ein Modell vorgeschlagen, doch „die Entscheidungswege in der ARD sind … derart kompliziert, dass sie mit unserer Arbeitsweise nicht vereinbar“ seien, so der Entertainer damals.
Immer noch als verlässlichster Einkäufer interessanter Auslandserfolge unterwegs, hat sich Pro7 jetzt die Ausstrahlungsrechte für die erfolgreiche kanadische Mysteryserie „Sanctuary“ gesichert. Ursprünglich lediglich eine Reihe von Webisodes, konnte die spannende Monsterjagd rasch so viele Zuschauer gewinnen, dass eine zweite Staffel bereits abgedreht ist.
„Sanctuary“ setzt Maßstäbe, und das hat zunächst einmal nichts mit dem Plot zu tun. Nie zuvor hatte eine ausschließlich für das Internet produzierte Serie den Sprung zur regulären TV-Auswertung geschafft. Acht jeweils viertelstündige Webisodes setzten 2007 soviel Zuschauerinteresse frei, dass der amerikanische SciFi Channel eine 13 Teile umfassende erste Staffel als Fernsehserie in Auftrag gab. Der Erfolg gab den Machern recht. Die Premiere generierte dem Sender seine höchste Einschaltquote seit „Eureka“.
Bereits im Februar sickerte durch, was sich nun als beschlossene Sache herausstellte: Comedian Oliver Pocher und RTL-Zugpferd Günther Jauch treten gemeinsam für eine neue Show vor die Kamera. Die zu Jahresbeginn produzierte Pilotfolge bot offenbar genügend Potential. Dass Pocher ab Herbst eigentlich einen Exklusivvertrag mit SAT1 in der Tasche hat, stellt zudem kein Problem dar.
Seit 1999 sitzt Günther Jauch mittlerweile auf dem Moderationsstuhl von „Wer wird Millionär?“ und geht seitdem mit seinem eigenen Wissen immer wieder gerne hausieren, wenn ein Kandidat daneben greift. Ob der Favorit vieler Deutscher für das Amt des Bundespräsidenten dabei jedoch wirklich auf seinen eigenen Bildungsstand zurückgreift oder lediglich vom Bildschirm abliest, bleibt für Skeptiker immer fraglich. Damit soll jetzt Schluss sein. In „5 gegen Jauch“ stellt sich der Moderator besonders kniffligen Zuschauerfragen – ganz ohne Netz und doppelten Boden.
Seit gestern läuft in der ARD jeden Montag zur Prime-Time die neue Serie „Geld.Macht.Liebe“. Nach der recht erfolgreichen Ausstrahlung des Pilotfilms, dem zunächst 19 Episoden folgen sollen, bleibt natürlich abzuwarten, ob das Publikum der neuen Weekly Soap treu bleiben wird.
Wer die erste Sendung verpasst hat, kann sich diese noch die nächsten Tage in der ARD-Mediathek anschauen, genau wie die kommenden Sendungen, die jeweils eine Woche auf der ARD-Homepage zur Verfügung stehen werden für alle, die mal eine Folge verpassen.
Das neue Format dreht sich um die Banker-Familie von Rheinberg, die auf einem herrschaftlichen Landsitz bei Frankfurt wohnt. Während Familienoberhaupt Markus die Zügel eisern und skrupellos in Händen hält, bahnen sich schon die ersten Intrigen an, bei denen weiterlesen »
Während Hauptdarsteller Jonathan Rhys Meyers alles dafür tut, sein Image als trinkfester irischer Badboy mit passendem Fehlverhalten aufrecht zu erhalten und deshalb jüngst am Pariser Flughafen Charles de Gaulle eine Schlägerei mit dem Servicepersonal anzettelte, belegt die mittlerweile in den USA angelaufene dritte Staffel der erfolgreichen Historienserie „The Tudors“, dass es für alle Beteiligten besser ist, wenn er überschüssige Energie lieber in seine Arbeit einfließen lässt. Ein Blick auf die ersten Episoden nach dem überaus erfolgreichen Staffelfinale, das mit der Hinrichtung von Heinrichs Ehefrau endete, lässt hoffen, dass Pro7 sich möglichst bald zu einer Ausstrahlung entscheidet.

Das letzte, was „Die Tudors“ bietet, ist bekanntlich Faktentreue. Wer also bei der Deutschlandpremiere Ende Dezember 2008 ernsthaft eine Geschichtssunde erwartete, konnte getrost auf die teuer produzierte Serie verzichten. In erster Linie ging es Autor Michael Hirst um eine spannende und skandalreiche Soap Opera vor realem historischem Hintergrund. Der Erfolg sprach für sich, und mit dem US-Debüt im April 2007 fuhr der produzierende Sender Showtime eines seiner besten Quotenergebnisse überhaupt ein. Mit einer vierten Staffel soll die Serie 2010 ein würdiges Finale erhalten.
Wenn die öffentlich-rechtlichen Sender von Publikumsverjüngung sprechen, heißt das meistens, mehr schlecht als recht bei den Privaten abzukupfern. Da dort immer noch die unterschiedlichsten Casting-Formate regieren, versucht sich das ZDF nach dem „Musical Show Star“ und dem “Grand Prix der Chöre” derzeit an einer weiteren eigenen Talentsuche: Unter dem bemüht saloppen Titel „Ich kann Kanzler!“ sollen sich die Regierungschefs von morgen beweisen. Juroren sind unter anderem Günther Jauch und Anke Engelke.
Schon seit Februar sucht das ZDF nach Kandidaten für eine Live-Show, in der ein Bewerber auf das Amt des Bundeskanzlers gewählt wird – theoretisch jedenfalls. Praktisch ist auch dies nur ein Castingformat wie alle anderen. Zu gewinnen gibt es ein Kanzlergehalt und ein Praktikum im Bundestag. Dass die Suche bisher praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hat, obwohl eine ganze Menge Material bereits aufgezeichnet wurde, hat damit zu tun, dass sich die Ausstrahlung ausschließlich auf das Internet beschränkte.
Am 17. Juni beginnen in der alten Kongresshalle München die Castings für die mittlerweile achte Popstars-Staffel. In 16 Folgen wird diesmal ein Duo gesucht. In der Jury sitzt erwartungsgemäß wieder Pro7-Drill-Instructor Detlef D! Soost. Unterstützung bekommt er von Erfolgsproduzent Alex Christensen und Songwriterin Michelle Leonard.

Dass bei Casting-Shows in erster Linie der Weg das Ziel ist, belegen die katastrophalen Halbwertzeiten nahezu aller „Popstars“-Gewinner. Als das Format 2000 auf RTL2 startete, war der Erfolg tatsächlich riesengroß. Die No Angels mauserten sich zum europaweiten Phänomen und hielten sich ganze drei Jahre. Ein Comebackversuch scheiterte 2007 zwar auf ganzer Linie, konnte aber immer noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als echte Eintagsfliegen wie Overground, Preluders, Nu Pagadi oder Room 2012.
Im Einkaufen und Abkupfern britischer, holländischer oder amerikanischer Erfolgsformate sind hiesige TV-Sender bekanntlich ganz groß. Die derzeit erfolgreichsten Shows der Privaten - DSDS, Germany´s Next Topmodel, Ich bin ein Star - holt mich hier raus, Das Supertalent – beruhen allesamt auf Lizenzen aus dem Ausland. Jetzt wagen sich Pro7 und Sat1 parallel an eingedeutschte Versionen eines US-Quotenrenners: Promis suchen den Partner fürs Leben. Für den Münchener Sender geht Produzententochter Giulia Siegel ins Rennen.

Mit einer besonders wilden Version der amerikanischen Datingshow „The Bachelor“ hatte das Produzententrio Chris Abrego, Mark Cronin und Ben Samek im Januar 2006 im Grunde eine Gelddruckmaschine erfunden. „Flavor of love“, das erfolgreichste Programm, das der US-Sender VH1 bis dato ausgestrahlt hatte, zeigte den Public-Enemy-Frontmann Flavor Flav drei Staffeln bei der äußerst abstrusen Suche nach seiner Herzdame. Am Ende heiratete er dann zwar doch die Mutter seines jüngsten Kindes, aber das änderte am Erfolg der zahlreichen, in der Zwischenzeit entstandenen Spin-Offs rein gar nichts.