Bettina Zimmermann gehört neben Veronica Ferres und Christina Neubauer zur Dauerbesetzung in der Fernsehfilmlandschaft, und wie in den beiden anderen Fällen lässt sich auch bei ihr nicht so ganz genau sagen, warum eigentlich. Demnächst sieht man sie an der Seite von Hannes Jaenicke im RTL-Katastrophenfilm „Bermuda-Dreieck Nordsee“.
Ein bisschen Hollywood spielen, das ist bei Privaten wie Öffentlich-Rechtlichen inzwischen Pflichtprogramm. Tief in die Tasche greifen und jede Menge Aufwand betreiben reicht dafür in der Regel schon aus. In Kürze beweist das ZDF mit dem Historien-Sechsteiler „Borgia“ einmal wieder, dass sich mit Gebührengeldern ordentlich auf den Putz hauen lässt. Wem leichter verdauliche Kost mit jeder Menge Spezialeffekten lieber ist, wird von RTL am 25. Oktober mit dem Katastrophendrama „Bermuda-Dreieck Nordsee“ gut bedient.
Mit Gebührengeldern lässt sich schon so einiges finanzieren. Wenn das nächste Mal über klamme Kassen bei den Öffentlich-Rechtlichen gejammert wird, sollte man jedenfalls dringend auf die 25 Millionen teure ZDF-Eigenproduktion hinweisen, die ab Oktober ausgestrahlt wird. Regie bei „Borgia“ führte Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“).
Sechs Folgen von jeweils 100 Minuten Länge zeigt das ZDF ab dem 17. Oktober über zwei Wochen verteilt montags, mittwochs und donnerstags ab 20.15 Uhr. Kaum vorstellbar, dass sich da ein dauerhaft gutes Quotenverhältnis erzielen lässt, doch das muss in Mainz niemanden interessieren. „Borgia“ ist ein Prestigeprojekt und eine der teuersten europäischen Co-Produktion überhaupt.
Nachdem sich die Arte-Reihe „Summer of“ in den vergangenen Jahren den 60ern, 70er und 80ern gewidmet hatte, steht sie diesmal, in gewissem Sinne passend zur Frauenfußball-WM, ganz im Zeichen der „Girls“. Ikonen der Populärmusik, Filme mit prägenden weiblichen Hauptfiguren, Dokus und Reportagen bestimmen das Programm jeweils dienstags vom 5. Juli bis zum 30. August.
Wer will, kann den „Summer of Girls“ bei Arte auch als echtes Alternativprogramm zum „Sommermädchen“ auf Pro7 begreifen. Zu sehen gibt es legendäre Konzerte von Frauen, die Musikgeschichte geschrieben haben, Dokumentationen und Spielfilme. Zusätzlich können die Zuschauer über die „Queen of Pop“ abstimmen. Mögliche Kandidatinnen präsentiert eine 10-teilige Reihe über weibliche Popstars der letzten 50 Jahre.Ein weiteres Highlight im Sendeprofil von Arte ist die deutsche Erstausstrahlung der Fernsehversion von „Die Geheimnisse von Lissabon“. Die Kinofassung war vor allem in Frankreich und Portugal sehr erfolgreich. Jetzt gibt es den 6-Teiler ab dem 19. März in jeweils einer Doppelfolge zu sehen.
Weder leichte Kost noch gediegen-entspannte Abendunterhaltung sollte man erwarten, wenn man sich entscheidet, einen Blick auf die umfangreiche Adaption des 1854 erschienenen Romans von Camilo Castelo Branco zu werfen. Denn die über 6-stündige Mini-Serie erfordert jede Menge Geduld und Sitzfleisch.
Erstmalig zeigt das ZDF am 20. April einen TV-Krimi, der sich im Anschluss online fortsetzt und den Zuschauer zum Mitmachen animiert. Eine Datenschützerin wird beschuldigt, einen Mord begangen zu haben, doch die Ermittlungen finden nicht im Rahmen der Fernsehausstrahlung statt, sondern werden zur dreiwöchigen Schnitzeljagd im Internet.
Das ZDF kann vor lauter Innovationskraft derzeit kaum laufen. Marianne und Michael fliegen aus dem Programm, Thomas Gottschalk bekommt einen Nachfolger, und Jörg Pilawa wurde einfach mal von der ARD weggekauft. Doch im Ernst: Das Zeite Deutsche Fernsehen ist nicht gerade für innovative oder mutige Formate bekannt. Umso bemühter muss es erscheinen, wenn ein „Cross-Media-Projekt“ angekündigt wird.
Bescheidene 7 Millionen US-Dollar verschlang der vor nahezu genau einem Jahr in Südafrika gedrehte TV-Film „Lost Future“, den RTL zusammen mit dem amerikanischen SyFyChannel produziert hat. Eine DVD ist in Kürze auf dem Markt. Vorher gibt es das Endzeitspektakel mit Sean Bean aber erst einmal als Fernsehpremiere am 3. April um 20.15 Uhr zu sehen.

Mit internationalen Eigenproduktionen will RTL auch in Zukunft weiter am Programm-Image feilen. Kürzlich erst gab man bekannt, an einer TV-Variante der erfolgreichen „Transporter“-Kinofilmreihe zu arbeiten. Der postapokalyptische Actionthriller „Lost Future – Kampf um die Zukunft“ ist ein weiteres Beispiel für die Bemühungen des erfolgreichsten deutschen Privatsenders, auch unabhängig von DSDS und dem „Supertalent“ Achtungserfolge einzufahren.
Obwohl die finstersten Krimis derzeit aus Schweden kommen, haben die Franzosen doch eine große Genre-Tradition, die Arte France mit der Produktion von insgesamt 8 einstündigen TV-Filmen jetzt wiederbelebt. Ab 19. März gibt es die spannend-düsteren Beiträge der „Suite Noire“ auch im deutschen TV zu sehen.

In den 40er und 50er Jahren sorgte in Hollywood mit dem „Film Noir“ eine Reihe von Kriminalfilmen für eine Korrektur der oftmals allzu schönfärberischen Weltsicht des amerikanischen Kinos. Hier herrschte Gewalt und Korruption vor, die Grenzen zwischen Gut und Böse waren selten klar erkennbar. Die 8-teilige „Serie in Schwarz“ hat dort ihre Wurzeln.
Der Film zur Laufzeitverlängerung – aktueller geht es kaum, auch wenn die zeitliche Überschneidung mit dem Beschluss der Bundesregierung doch eher Zufall ist. Die Frage, ob alte Atommeiler nicht besser abgeschaltet werden sollten, steht im Zentrum des TV-Films „Restrisiko“, den Sat1 am 18. Januar zeigt.

Es ist eher ein seltener Fall, dass AKWs im Unterhaltungsfernsehen auftauchen. Bei den Simpsons gehört Homers Arbeitsplatz selbstverständlich zum satirischen Ansatz der Serie, doch ansonsten bleibt das Thema Reaktorsicherheit eher außen vor. Zu real sind die damit verbundenen Ängste. Umso interessanter wird es sein zu beobachten, welches Feedback der durchaus provokante Sat1-Film „Restrisiko“ mit sich bringt.
Die Pet Shop Boys oder die Village People wird es in dieser Eigenproduktion von Pro7 wohl nicht zu hören geben. Dafür wirbt man aber fleißig mit Udo Lindenberg und dessen anstehendem Musical. Denn schließlich geht es in beiden Produktionen ja irgendwie um die deutsch-deutsche Grenze. Zu sehen gibt es den Zweiteiler am 6. und 7. Januar jeweils um 20.15 Uhr.
„Freiheit um jeden Preis“ lautet der Untertitel von „Go West“, und nicht weniger reißerisch kommt die Tagline daher: „Drei Freunde, eine Grenze, ein Abenteuer“. Die Flucht aus der DDR also ein Abenteuer? Nicht schlecht. Das offizielle Plakat zeigt zudem die drei Hauptdarsteller, wie sie mit den Mienen angriffslustiger Rugby-Spieler durch eine Mauer brechen (oder doch eher eine Glasscheibe). So kann man Geschichte auch vergurken.
10,5 Millionen Euro lässt sich RTL das erste Prestigeprojekt im neuen Jahr kosten. „Hindenburg“ heißt der Event-Zweiteiler über eine der größten Katastrophen der Luftfahrtgeschichte. Prominent besetzt und aufwendig produziert zeigt der Kölner Sender das Spektakel am 6. und 7. Februar.
Während zwei der wichtigsten Dauerquotenrenner, DSDS und das Dschungelcamp, zu Beginn des Jahres erneut für jede Menge Fremdschämen und TV-Trash sorgen, stellt RTL mit der (mal wieder) teuersten Produktion der Sendergeschichte demonstrativ klar, dass man auch Qualitätsfernsehen produzieren kann.