Der Karneval war früher keine artistische Show voller Trapezkünstler und Jongleure, sondern ein Ort, an dem der “normale” Bürger sich “missgebildete” Menschen für etwas Geld ansehen konnte. Heutzutage wäre sowas natürlich unerhört, aber wozu gibt es denn das Fernsehen?
Man könnte fast meinen, dass die Dokumentation aus Amerika kommt, aber da irrt man sich, denn “Bodyshock” ist eine Produktion des Channel 4 aus Großbritannien.
Die Doku beschäftigt sich pro Episode mit raren Erkrankungen, etwa Tumore, siamesische Zwillinge, Schlafkrankheit, etc.
Dass sich dazwischen auch Episoden befinden, die sich mit einem Kannibalen beschäftigen, oder einer Russin, die behauptet, sie hätte Röntgenaugen hilft natürlich nicht, die Sendung ernst zu nehmen, denn auch wenn darin Wissenschaftler und Psychologen zu Wort kommen, so ist ein teilweise unpassender Soundtrack und eine fragwürdige Darstellung der Charaktere ein sicheres Zeichen dafür, dass es hierbei nicht darum geht, Wissen zu vermitteln, sondern die Schaulust zu befriedigen. weiterlesen »
Ob das Fernsehen tatsächlich dumm macht, hängt ja eigentlich von demjenigen ab, der es benutzt, aber damit wir sicher gehen, dass wir zu der klugen Hälfte gehören, hier ein Fernsehtipp, der sicherlich keine Gehirnzellen abtötet.
Im Rahmen der “Terra X” Reihe hat sich das ZDF immer wieder auf die Spur nach alten archäologischen Wundern, Naturgeheimnissen und historischen Rätseln gemacht, befasst sich mit mutigen und unaufhaltbaren Wissenschaftlern, die das Geheimnis unserer Geschichte und fremder Kulturen lüfteten und gibt Einblick in den heutigen Stand der archäologischen und geschichtlichen Forschung.
Ganz nach “Terra X” Standart geschieht das mit Hilfe von Computeranimationen, nachgestellten Szenen und etlichen interessanten Interviews, so dass diese geheimnisvolle Welt fast im eigenen Wohnzimmer landet. weiterlesen »
Endlich in die eigene Wohnung und frei von den Sorgen und Aufgaben, die durch Eltern entstehen - das ist wohl der Wunsch jedes Teenagers. Dass das nicht so einfach ist, zeigt die neue Dokureihe.
Vier Wochen lang leben fünf Jungs im Alter von 13 bis 15 Jahren zusammen und stellen trotz aller Freiheiten fest: so leicht ist es nicht, vom Elternhaus getrennt zu sein, denn plötzlich merkt man, dass Mutti und Papi sehr viel mehr im Haushalt organisiert haben, als auf den ersten Blick sichtbar ist.
Wie sieht beispielsweise eine richtige Einkaufsliste aus, wer kocht, wer wäscht ab, wer putzt und wer bringt den Müll raus? Da können vier Wochen und vier weitere Mitbewohner gerne mal zuviel werden. weiterlesen »
Nicht nur in Amerika war die 68er Bewegung gleichstehend für studentische Aufstände, Freiheitskämpfe, aber auch radikale Bewegungen. Das ARD zeigt im November zum ersten Mal den Kinofilm, der versucht, die Ereignisse aufzurollen und zu erklären.
Als bei einer Demo 1967 der Student Benno Ohnesorg von einem Polizeibeamten erschossen wird, ist das ohnehin schon angeschlagene Vertrauen zur Staatsgewalt hin, es bilden sich mehr und mehr Studentengruppen, die gegen die scheinheiligen Politiker und Führungskräfte angehen. Vor allem der Springer Verlag steht unter Beschuss, der die Wahrheit zugunsten des guten Rufes verschweigt und gleichzeitig immer mehr Hetze gegen politische Gegner und die friedlichen Protestanten betreibt.
Eine der berühmtesten Gegenbewegungen entsteht unter den Anführern Ulrike Meinhof (Martina Gedeck), Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), die bald vor gar nichts mehr zurück zu schrecken zu scheinen, um für ihre Sache zu kämpfen. weiterlesen »
Vorschußlorbeeren gibt es vor allem für die Hauptdarstellerin. Die ehemalige Viva-Moderatorin Jessica Schwarz verkörpert in einer SWR-Produktion Romy Schneider. Was von ihrer Darstellung tatsächlich zu halten ist, und ob der Film seinem Thema gerecht wird, davon kann man sich im ARD-Programm am 11. November selbst ein Bild machen.
Fast zeitgleich gingen die Ankündigungen zweier Filmbiografien über eine der ungewöhnlichsten europäischen Schauspielerinnen der 60er und 70er Jahre durch die Presse. In einer französischen Kinoproduktion sollte Yvonne Catterfeld die Hauptrolle spielen, und nicht wenige runzelten darüber die Stirn. Von „GZSZ“ und Bohlen-Charthits zu „Romy“ erschien doch als ziemlich gewagter Schritt, zumal Catterfeld den Beweis ihres schauspielerischen Könnens bisher eher schuldig geblieben war (woran sich auch trotz TV-Großevents wie „Vulkan“ oder dem SAT1-Krimi „Schatten der Gerechtigkeit“ bis heute nichts geändert hat).
Es ist einer der gefährlichsten Jobs, die man haben kann, Verletzungen und Todesfälle gehören zum Alltag, denn die See ist eine grausame Geliebte.
Die Dokuserie begleitet eine Reihe von Krabbenfischern auf ihrer gefährlichen Reise und lernt die Hierarchien der Crews, ihre Aufgaben und ihren Zusammenhalt kennen.
Besonders die ersten Staffeln sind überraschend ehrlich und unpathetisch gefilmt, so dass man - vom Soundtrack abgesehen - nicht das Gefühl bekommt, das Drama wird eher durch Kameraführung, als durch die tatsächlichen Erlebnisse kreiert. weiterlesen »
Mit Ranking-Shows lässt sich seit geraumer Zeit eine Menge Zuschauerpotential vor den Bildschirm holen. Was RTL und SAT1 schon seit Jahren praktizieren, hat mittlerweile auch das ZDF für sich entdeckt – wohlgemerkt jedoch mit dem leidigen Bildungsauftrag im Gepäck. So präsentiert die Redaktion von Guido Knopp ab dem 10. November die „bewegendsten Momente“ der deutschen Geschichte. Parallel geht der Historiker mit dem Konzept gleich auch mal auf Live-Tour.
Werden nicht gerade neue Pseudo-Talente gecastet, Privatinsolvenzen aufgelöst, unerziehbare Kinder auf den rechten Weg gebracht oder unvermittelbare Singles verkuppelt, dann wird in der hiesigen TV-Landschaft gerne gerankt, was das Zeug hält. Oliver Geissen ermittelt seit Jahren für Günther Jauchs Produktionsfirma alle erdenklichen Musikcharts, Hugo Egon Balder bietet eine Kopie des Konzepts, und Sonja Zietlow musste jüngst gar ihre absurde Auflisterei „Die Zehn“ auf „Die 25“ erhöhen. Ranking rules.
30 Stunden Interviewmaterial mit Altkanzler Helmut Kohl konnte Autor und Regisseur Thomas Schadt zusammentragen. Ein Dokudrama durfte er trotzdem nicht drehen. Kohl verweigerte die Zustimmung, und so kam am Ende notgedrungen ein Fernsehspiel heraus. Das ZDF zeigt die kontroversenfreie Filmbiografie am 20. Oktober um 20.15 Uhr.

Ein Dokudrama in der Tradition Heinrich Breloers hatten die Macher im Kopf, doch der Protagonist selber kam ihnen in die Quere. „Ich habe das Hereinschneiden der Interviewszenen nicht erlaubt, um zu dokumentieren, dass Realität und Spielfilmwelt nicht miteinander verquickt werden dürfen“, zitiert das Nachrichtenmagazin „Focus“ den Altkanzler. Jetzt will das ZDF einen Zusammenschnitt der Interviews offenbar zu Kohls 80. Geburtstag ausstrahlen. Den Fernsehfilm gibt es aber bereits früher zu sehen.
Mit schlechten Wortspielen versucht RTL2 eine weitere Reality Doku mit Hitpotenzial zu starten. Ob’s gelingt?
Jeweils drei Teams müssen sich um eine Dorfkneipe bemühen, mit eigenem Konzept, viel Charme und Schmeicheleien sollen sie die Dorfbewohner von ihrer Idee überzeugen, um am Ende als Besitzer der Kneipe heraus zu kommen. Dass das nicht immer leicht ist, vor allem, wenn die eigenen Vorstellungen sich nicht mit denen der “ländlichen Bevölkerung” decken, merken die Meisten erst zu spät. weiterlesen »
Talk Shows sind out, Gerichtsshows folgen ihnen langsam, der neue Trend steht schon länger fest: Reality Dokus in allen Facetten. Die Überbespaßung mit deutschen Schicksalen leidet langsam jedoch an der Sensationslust der Sender.
“We are Family”, “U20″, “Pures Leben” und “Mitten im Leben”, die Sender wollen die deutschen Autonormalverbraucher vorstellen, die Schicksale von ´Großfamilien zeigen, der Jugend die Chance geben, ihre Sicht der Dinge zu präsentieren und im Großen und Ganzen ein umfassendes Bild der Deutschen wieder geben.
Das fing einmal ganz interessant an, denn damals - wer erinnert sich noch - wurden in den Reality Dokus vorwiegend deutsche Familien vorgestellt, die dann doch etwas ungewöhnlich waren, einen alternativen Lebensstil hatten, oder mit 7 und mehr Kindern klar kommen mussten.
Mittlerweile überrennen uns die deutschen Schicksale tagtäglich und sehen dabei eher wie Talk Shows aus, die in die Wohnungen der Betroffenen verlegt wurden. weiterlesen »