Nachdem die Wiederholungen der müden 007-Abenteuer mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle mittlerweile höchstens noch Hardcore-Fans vor den Bildschirm locken können, dienen sie bei Pro7 doch als kostengündtige Werbekampagne für die Free-TV-Premiere des ersten Bond-Auftritts von Daniel Craig. Am Sonntag, den 25.10., zeigt der Münchner Privatsender als Höhepunkt einer bundesweiten Plakatkampagne „Casino Royale“.

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Als Mitte 2005 bekannt wurde, dass der neue James Bond Daniel Craig heißen würde, war das für die breite Fanbase ein Grund zur Unruhe. Bond in Blond? Das konnte und wollte sich niemand vorstellen. Als der Schauspieler dann bei der ersten offiziellen Präsentation in einem Motorboot angefahren kam und dabei (vorschriftsmäßig) Schwimmweste trug, war er bei den Bondianern vollends unten durch. Mit der Premiere seines ersten Leinwandauftritts als Spitzenagent seiner Majestät sollte sich das allerdings schlagartig ändern.

Heute gilt Craig auch bei seinen härtesten Kritikern als optimale Besetzung und vielleicht sogar bester Bond-Darsteller seit Beginn dieser langlebigsten Filmserie überhaupt. Das Risiko der Macher war nicht gering. Brosnan war gut angekommen, und der Stoff, zu dem man sich entschieden hatte, genoß unter Fans höchste Verehrung. „Casino Royale“ war bis dato der einzige Bond-Roman von Erfinder Ian Fleming, der es noch nicht in die offizielle Serie geschafft hatte. Zugleich erzählte er die ersten Schritte des berühmten Geheimagenten und hatte somit eine doppelte Sonderstellung.

Dass es so etwas wie eine „offizielle“ Zählung gibt, muss den Laien wundern. Tatsächlich gibt es bisher insgesamt 3 Bond-Filme, die nicht in den Kanon aufgenommen wurden. Das ist objektiv betrachtet eine echte Lächerlichkeit, für Insider jedoch ein Heiligtum. Harry Saltzman und Albert R. Broccoli hatten sich frühzeitig alle Verfilmungsrechte gesichert, konnten dabei aber weder auf „Feuerball“ noch „Casino Royale“ zugreifen.

Die komplizierte Produktionsgeschichte hinter ersterem führte schließlich zum Remake „Sag niemals nie“. Im anderen Fall galten frühere Rechte, und so wurde aus „Casino Royale“ tatsächlich auch die erste Bond-Verfilmung – allerdings in Form einer TV-Liveshow. Aus späteren Lizenzverkäufen entstammt zudem eine Parodie mit David Niven als 007.

2006 bekamen die Fans endlich, wonach sie jahrelang gehungert hatten, nämlich eine offizielle Fassung des ersten Bond-Romans, und die Begeisterung kannte keine Grenzen. Schnell entwickelte sich das (vermeintlich) 21. Abenteuer des bekanntesten aller Spione zum erfolgreichsten Beitrag der gesamten Serie, und Craig hatte seine Kritiker zum Schweigen gebracht.

Rasant, spannend und am Rande der Jugendfreigabe (eine Foltersequenz musste erheblich gekürzt werden) kehrt die Geschichte zu ihren Anfängen zurück und findet einen zeitgemäßen Stil. Craigs Bond gerät dabei so kompromisslos und ultra cool, dass ihm selbst die Zubereitungsart seines Martinis egal ist.

Pro7 zeigt „Casino Royale“ am 25. Oktober um 20.15 Uhr.

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