Richtig gelesen: Realtainment. Immer wenn man glaubt, der Nonsens, den die Privatsender mit Laienschauspielern veranstalten, sei nicht mehr zu übertreffen, kommt garantiert ein Gegenbeweis daher. RTL2 startet am 12. September eine neue Quasi-Soap unter dem Titel „Berlin – Tag & Nacht“ und hofft wohl, damit den Sendeplatz 19 Uhr verteidigen zu können.

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Irgendwo zwischen Scripted Reality und Dokusoap ohne Profis vor der Kamera bewegt sich das Format des Realtainments. Statt eines Drehbuchs gibt es nur sehr grobe Vorgaben, der Rest muss improvisiert werden. Inhaltlich dreht sich die neue RTL2-Serie um eine siebenköpfige WG in Berlin.

Ob das alles wirklich so neuartig ist, wie man das seitens des Senders mithilfe einer umfangreichen Plakat-Kampagne glauben machen will, lässt sich getrost bezweifeln. Programmdirektor Holger Andersen ist jedenfalls überzeugt davon, mit „Berlin – Tag & Nacht“ ein ganz neues Genre geschaffen zu haben. Echte Typen habe man für die Besetzung gesucht, deren Persönlichkeiten in die Rollen einfließen und so für besondere Authentizität sorgen.

Warum aber dann überhaupt ein geskriptetes Format und kein „Big Brother“ light? Erinnerungen an US-Formate wie „The Hills“ werden wach, doch man weiß ja bereits vorab, wie unglamourös eine deutsche Variante aussieht. Der offizielle Trailer zur Sendung versucht immerhin nach Kräften, den gegenteiligen Eindruck zu erwecken.

RTL2 hat die Bezeichnung „Realtainment“ vermutlich in einem wilden Brainstorming erfunden, doch so ganz neu ist sie nicht. Aaron Auxier, ein bekannter Immobilienmakler aus Las Vegas mit jeder Menge prominenter Kundschaft, benutzt den Begriff seit Jahren und versteht ihn als Kombination aus „Real Estate“ und „Entertainment“.

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