Am Tag der Deutschen Einheit reist Pro7 in der Zeit deutlich weiter zurück als bis zur Wiedervereinigung. Mit dem 160-minütigen Mittelalter-Thriller „Isenhart“ will man offenbar der Konkurrenz in Sachen großangelegte Historien-Epen die Stirn bieten. Wer sich Sebastian Ströbele im Mittelalter vorstellen kann, wird vermutlich gut bedient.
Historische Stoffe boomen derzeit, und das vor allem im TV. Während die etwas nähere Vergangenheit mit „Mad Men“ in den USA der 50er Jahre für gute Quoten sorgt und bereits Nachzügler wie „Pan Am“ und „The Playboy Club“ auf den Plan gerufen hat, ist Europa vor allem in der Renaissance interessant. „The Tudors“ und gleich zwei Serien über den Clan der „Borgia“ locken mit Drastik und Intrigen.
Ab dem 4. Oktober soll eine neue tägliche Serie für ein bisschen kindgerechten Grusel sorgen. Unter dem Titel „Fluch des Falken“ produzierte der BR in Zusammenarbeit mit dem WDR nach Aussage des Senders eine Art „Lost“ für Kinder zwischen 8 und 13 Jahren. 13 Minuten dauerte jede der 64 Folgen.
Mit dem Ende der „Harry Potter“-Reihe ist der Bedarf nach Fantasy und Zauberei alles andere als ausgereizt. Der Markt scheint unersättlich, und so türmen sich die Neuerscheinungen in den Buchläden, und auch in den anderen Medien wird nach Kräften abkassiert. Offenbar wollen BR und WDR sich hier jetzt ebenfalls ein Stück vom Kuchen abschneiden. Mit der eigenproduzierten Serie „Fluch des Falken“ zielt man dabei bewusst auf ein junges Publikum ab.
Ein Quotenhit ist relativ sicher, wenn das Erste am 29. und 30. Oktober einen lang erwarteten Zweiteiler ausstrahlt, denn die Fangemeinde der Hauptfigur wird vermutlich geschlossen vor dem Bildschirm sitzen. 2004 hatte Udo Jürgens seinen drei Generationen übergreifenden Familienroman veröffentlicht. Aus dem Bestseller wurde jetzt ein TV-Film.
Eine Studie hat einmal ergeben, dass in Deutschland kein Tag vergeht, an dem nicht in irgendeiner öffentlichen Location mindestens ein Lied von Udo Jürgens gespielt wird. Dabei ist es dem Musiker aus Österreich von jeher gelungen, überhaupt gar nicht erst mit dem spießigen Image deutschen Schlagers in Verbindung gebracht zu werden. Vor einer Weile coverten gar die Sportfreunde Stiller einen seiner Hits und zogen damit in die Charts ein.
Bettina Zimmermann gehört neben Veronica Ferres und Christina Neubauer zur Dauerbesetzung in der Fernsehfilmlandschaft, und wie in den beiden anderen Fällen lässt sich auch bei ihr nicht so ganz genau sagen, warum eigentlich. Demnächst sieht man sie an der Seite von Hannes Jaenicke im RTL-Katastrophenfilm „Bermuda-Dreieck Nordsee“.
Ein bisschen Hollywood spielen, das ist bei Privaten wie Öffentlich-Rechtlichen inzwischen Pflichtprogramm. Tief in die Tasche greifen und jede Menge Aufwand betreiben reicht dafür in der Regel schon aus. In Kürze beweist das ZDF mit dem Historien-Sechsteiler „Borgia“ einmal wieder, dass sich mit Gebührengeldern ordentlich auf den Putz hauen lässt. Wem leichter verdauliche Kost mit jeder Menge Spezialeffekten lieber ist, wird von RTL am 25. Oktober mit dem Katastrophendrama „Bermuda-Dreieck Nordsee“ gut bedient.
Mystery im High Society Millieu scheint nicht alt zu werden, weshalb die neue Serie mit Sarah Michelle Gellar einschlagen könnte wie eine Bombe. Eine doppelte Sarah und ein viel versprechender Start weisen außerdem darauf hin.
Bridget (Gellar) ist ganz unten angelangt, wegen Prostitution festgenommen, kann sie sich nur als Zeugin eines Mordes bei der Polizei frei kaufen, doch der Mörder ist ein bekannter Mobster, zu gefährlich ist es für Bridget, weshalb sie flüchtet. Bei ihrer Zwillingsschwester Siobhan (ebenso Gellar), mit der sie wegen eines Unglücks in der Vergangenheit keinen Kontakt mehr hatte, kommt sie schnell unter, doch als diese bei einem Bootsausflug Selbstmord begeht, sieht Bridget eine Gelegenheit, ihr Leben umzukrempeln. Doch auch Siobhan hatte einige Leichen im Keller. weiterlesen »
Für seine überzeugenden Kostümierungen ist Hape Kerkeling von jeher bekannt. Als geradezu legendär etwa gilt bis heute sein Auftritt als Königin Beatrix. Aber auch Horst Schlämmer, seine erfolgreichste Kunstfigur, beruht vor allem auf der originellen Maske. Jetzt tritt der Comedian im Rahmen von 6 Folgen „Terra X“ in der Rolle historischer Gestalten auf.
Ob er jetzt demnächst „Wetten dass?“ übernimmt oder nicht, bleibt noch geheim. Ansonsten aber hat das ZDF Hape Kerkeling bereits ausgiebig vereinnahmt. Ein Auftritt im „Traumschiff“ an der Seite von Harald Schmidt, die Moderation des Jahresrückblicks, die bislang Thomas Gottschalk absolvierte, und jetzt auch noch eine Art Reiseführer-Funktion bei „Terra X“ – Kerkeling macht es sich im öffentlich-rechtlichen Rundfunk anscheinend schon mal gemütlich.
In den USA ist sie nicht nur bei Kindern, sondern vor allem in der Internet Community Kult geworden, jetzt kommt My Little Pony in der Neuinerpretation auf Nickelodeon.
Twilight Sparkle ist ein mehr als lernwütiges Pony und hat dadurch keine Zeit für Freunde. Als ihr die Prinzessin der Ponys jedoch den Auftrag erteilt, ihre Arbeit einmal liegen zu lassen, um Freunde zu finden, kommt sie zusammen mit ihren neuen Bekanntschaften Applejack, Rarity, Fluttershy, Rainbow Dash und Pinkie Pie einem großen Geheimnis auf die Spur und erlangt damit die Kraft, das Ponyland vor einer dunklen Gefahr zu retten. weiterlesen »
Insgesamt vier Staffeln plant Serienschöpfer Neil Jordan, und die zweite ist derzeit gerade in Arbeit. Auf dem amerikanischen Sender Showtime erzielte „The Borgias“ von Anfang an Bestquoten und hielt sich über die bisherigen insgesamt 10 Folgen beständig gut. Ab Herbst gibt es das vielversprechende Historiendrama hierzulande auf Pro7 zu sehen.
Konkurrenz belebt das Geschäft, doch gleich zwei aufwendige Mehrteiler über ein und dasselbe Thema ist dann doch ein bisschen zuviel des Guten. Der skandalträchtige Clan der Borgia, deren Oberhaupt 1492 als Papst Alexander VI Geschichte schrieb, rief praktisch zeitgleich zwei großangelegte TV-Produktionen auf den Plan.
Mit Gebührengeldern lässt sich schon so einiges finanzieren. Wenn das nächste Mal über klamme Kassen bei den Öffentlich-Rechtlichen gejammert wird, sollte man jedenfalls dringend auf die 25 Millionen teure ZDF-Eigenproduktion hinweisen, die ab Oktober ausgestrahlt wird. Regie bei „Borgia“ führte Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“).
Sechs Folgen von jeweils 100 Minuten Länge zeigt das ZDF ab dem 17. Oktober über zwei Wochen verteilt montags, mittwochs und donnerstags ab 20.15 Uhr. Kaum vorstellbar, dass sich da ein dauerhaft gutes Quotenverhältnis erzielen lässt, doch das muss in Mainz niemanden interessieren. „Borgia“ ist ein Prestigeprojekt und eine der teuersten europäischen Co-Produktion überhaupt.