Die Bild-Zeitung ist bekanntlich gerne dabei, wenn es gilt, TV-Formate mit skandalträchtiger Berichterstattung zu begleiten. Die Quote der SAT1-Doku-Soap „Die Superlehrer“ vom 29. Juni befeuerte das Blatt zuvor mit einer prallen Schlagzeile: „Wie weit will das Fernsehen noch gehen? Mädchen in TV-Show (…) verprügelt“. Nach Ausstrahlung der Sendung muss man sich jedoch eher fragen, ob das, was da aus dem Geschehen der Folge herausgefiltert wird, nicht nur die Spitze des Eisberges ist.
„[E]in Team von tollen Lehrern (macht) eine Klasse von 15 Jungen und Mädchen fit für den Hauptschulabschluss“ – so vollmundig klingt es im Casting-Aufruf zur Show. Selten hat der Titel eines Fernsehformates jedoch derart verdächtig nach Etikettenschwindel gerochen wie in diesem Fall. Wenn die Gruppe zusammengewürfelter Pädagogen, die SAT1 dem Zuschauer in seiner wöchentlichen Reality-Show über eine Kreuzberger Schule präsentiert, tatsächlich unter die Kategorie „Superlehrer“ fallen soll, ist es wohl noch schlechter um die hiesige Ausbildung junger Menschen bestellt als ohnehin angenommen werden muss.
Während Hauptdarsteller Jonathan Rhys Meyers alles dafür tut, sein Image als trinkfester irischer Badboy mit passendem Fehlverhalten aufrecht zu erhalten und deshalb jüngst am Pariser Flughafen Charles de Gaulle eine Schlägerei mit dem Servicepersonal anzettelte, belegt die mittlerweile in den USA angelaufene dritte Staffel der erfolgreichen Historienserie „The Tudors“, dass es für alle Beteiligten besser ist, wenn er überschüssige Energie lieber in seine Arbeit einfließen lässt. Ein Blick auf die ersten Episoden nach dem überaus erfolgreichen Staffelfinale, das mit der Hinrichtung von Heinrichs Ehefrau endete, lässt hoffen, dass Pro7 sich möglichst bald zu einer Ausstrahlung entscheidet.

Das letzte, was „Die Tudors“ bietet, ist bekanntlich Faktentreue. Wer also bei der Deutschlandpremiere Ende Dezember 2008 ernsthaft eine Geschichtssunde erwartete, konnte getrost auf die teuer produzierte Serie verzichten. In erster Linie ging es Autor Michael Hirst um eine spannende und skandalreiche Soap Opera vor realem historischem Hintergrund. Der Erfolg sprach für sich, und mit dem US-Debüt im April 2007 fuhr der produzierende Sender Showtime eines seiner besten Quotenergebnisse überhaupt ein. Mit einer vierten Staffel soll die Serie 2010 ein würdiges Finale erhalten.
Neue Serien mit viel versprechender Story sind ein Wagnis für jeden Fan, denn bei 3 von 5 Fällen ist sicher, dass sie spätestens nach der zweiten Staffel abgesetzt wird.
“Justice - Nicht schuldig!” durfte sogar nur eine magere Staffel durch halten und das, wo Jerry Bruckheimer(CSI, Cold Case, Without a Trace) hinter der doch cleveren Idee steckt.
Die Story ist eigentlich simpel, wir erleben die Fälle einer Anwaltskanzelei. Das alleine klingt natürlich durchgekaut und altbacken, aber anstatt die Fälle auf zu rollen, den Schuldigen zu finden und zu verklagen, wirft Justice einen kritischen Blick auf die Durchführung selbst und lässt den Zuschauer am Ende entscheiden, ob das Urteil tatsächlich gerechtfertigt war, oder doch nur durch geschickte Manipulation der Zeugen und der Jury beeinflusst wurde. weiterlesen »
Für Fans der Verschwörungstheorien bietet die Science Fiction Serie nicht nur viele Insider und aberwitzige Storys, sondern auch Humor und Spannung zugleich.
Eine geheime Stadt in den USA, die von außen gesehen ganz normal erscheint, wäre sie nicht fast ausschließlich von Genies bevölkert. US-Marshall Jack Carter (Colin Ferguson) und Tochter Zoey (Jordan Hinson) finden sich plötzlich umgeben von verrückten Erfindungen samt verrückter Wissenschaftler. Als Stadtsheriff muss sich Jack mit den Macken der Bewohner und ihren oftmals nicht ganz so perfekten Gerätschaften auseinander setzten und einer pubertierenden Tochter, na wenn es weiter nichts ist… weiterlesen »
Ob die Ausstrahlung von Weihnachtsfilmen mitten im Sommer die Reaktion von Super RTL auf den Klimawandel ist? Man weiß es nicht. Jedenfalls zeigt der Sender am 26. Juni alle drei Folgen des erfolgreichen BBC-Animationsmärchens „Robbie, das Rentier“, und das auch noch im Abendprogramm ab 20.15 Uhr. Ob sich der verantwortliche Redakteur damit beim Nikolaus beliebt machen will, ist nicht bekannt.

Nicht umsonst sehen die lustigen Plastilinfiguren rund um die Hauptfigur dieses sehenswerten Dreiteilers aus wie „Wallace & Gromit“ oder „Shaun das Schaf“. Denn auch wenn „Robbie the Reindeer“ keine direkte Aardman-Produktion ist, waren doch eine Reihe von Künstlern des berühmten Knetgummi-Studios an diesem in England sehr beliebten Christmas Special beteiligt.
Wie viele Castingshows können wir eigentlich noch ertragen? Zumal es langsam schon albern wird, nach welchen Kriterien da ausgesucht wird.
16 Mädels aus 16 Bundesländern sollen sich auf Spanien um den Titel des Sommermädchens 2009 streiten, zu gewinnen gibt es Fotostrecken in der FHM, quasi dem altersfreien Playboy, wenn man ehrlich ist. Ach ja, den Titel des Sommermädchens 2009 gewinnt man auch, wobei fraglich ist, welchen Wert der nun hat.
Klingt eigentlich nach einer etwas billigeren Version von “Germany’s Next Topmodel” mit der Prämisse, dass man die jungen Damen so oft wie möglich in Bikinis sieht, immerhin ist es heiß in Spanien. weiterlesen »
“Public Enemy”-Frontmann Flavor Flav hatte sie gleich zweimal von der Liste möglicher Herzdamen gestrichen. Doch Tiffany Pollard, besser bekannt als „New York“, war schrill und laut genug, um bei VH1 ihre eigene Reality-Show zu bekommen. Insgesamt drei Formate wurden ihr bis heute auf den silikonverschönerten Leib geschnitten. Ihren nicht sonderlich erfolgreichen Weg ins Filmbusiness zeigt MTV unter dem Titel „New York goes to Hollywood“ jetzt auch dem deutschen Publikum.
Dass man keinerlei Talent besitzen muss, um echten Promi-Status zu erreichen, belegt die öffentliche Dauerpräsenz von Hotelerbin Paris Hilton ebenso ein- wie aufdringlich. Mittlerweile kennt Deutschland mit Kahn-Ex Verena Kerth, Produzenten-Tochter Giulia Siegel oder Pocher-Freundin Sandy Meyer-Wölden ein ähnliches Phänomen. Vorbei sind die Zeiten, als sogenannte „It-Girls“ wie Edie Sedgwick wenigstens noch als Musen durchgehen konnten. Heute genügt etwa fehlende Unterwäsche oder ein Besuch im Big-Brother-Haus, um eine langfristige Karriere auf dem roten Teppich zu starten.
Na endlich, wir mussten ja schon davon ausgehen, dass die gesamte Ladnwirtschaft ohn Frauen auskommt, weil die lieber in der Stadt leben, weil es auf dem Land keine Cafes und Schuhläden gibt.
Aber nach gefühlten 12 Staffeln von “Bauer sucht Frau” gibt es nun auch einmal eine weibliche Kandidatin, die ihr beschaulich, aber auch anstrengendes Landleben mit einem treuen Partner teilen will.
Na gut, es ist eine einzige Frau, man darf also annehmen, dass alle Bäuerinnen (oder Landwirtinnen, politisch korrekt ausgedrückt) entweder schon fest liiert sind, oder aber selten wie die Nadel im Heuhaufen sind. weiterlesen »
Nicht einmal Bret Michaels wollte sie haben. Jetzt sollen 14 Teilnehmerinnen aus den ersten beiden Staffeln der Celebrity-Datingshow „Rock of Love“ endlich Etikette und vorzeigbares Verhalten lernen. Der Gewinnerin winken immerhin 100.000 US-Dollar. Geleitet wird das Erziehungscamp ausgerechnet von Ozzy Osbournes Ehefrau Sharon. MTV Deutschland zeigt die trashige Benimmschule ab dem 17. Juni.
Als „Countdown-Shows“ werden mittlerweile solche Sendeformate bezeichnet, deren Konzept darauf beruht, dass pro Folge ein Teilnehmer aus einem Wettbewerb ausscheidet und am Ende nur ein einziger Gewinner übrig bleibt. Zu den bekanntesten Exemplaren dieser Gattung gehört die Datingreihe „The Bachelor“, bei der ein Junggeselle unter einer Gruppe von Bewerberinnen seine Herzdame finden muss (um sie nach Sendeschluss in aller Regel wieder auf den Mond zu schießen).
Wenn die öffentlich-rechtlichen Sender von Publikumsverjüngung sprechen, heißt das meistens, mehr schlecht als recht bei den Privaten abzukupfern. Da dort immer noch die unterschiedlichsten Casting-Formate regieren, versucht sich das ZDF nach dem „Musical Show Star“ und dem “Grand Prix der Chöre” derzeit an einer weiteren eigenen Talentsuche: Unter dem bemüht saloppen Titel „Ich kann Kanzler!“ sollen sich die Regierungschefs von morgen beweisen. Juroren sind unter anderem Günther Jauch und Anke Engelke.
Schon seit Februar sucht das ZDF nach Kandidaten für eine Live-Show, in der ein Bewerber auf das Amt des Bundeskanzlers gewählt wird – theoretisch jedenfalls. Praktisch ist auch dies nur ein Castingformat wie alle anderen. Zu gewinnen gibt es ein Kanzlergehalt und ein Praktikum im Bundestag. Dass die Suche bisher praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hat, obwohl eine ganze Menge Material bereits aufgezeichnet wurde, hat damit zu tun, dass sich die Ausstrahlung ausschließlich auf das Internet beschränkte.